HUNDECOACHING

Im letzten Blogbeitrag habe ich dir erklärt, wie Stimmungsübertragung funktioniert, wie unsere Gedanken Einfluss darauf nehmen und wie unsere Hunde die Spiegel von uns selbst sind.

Stimmungsübertragung im Allgemeinen bedeutet, Handlungsangleichung oder auch ansteckendes Verhalten. Wenn sich also die Motivation von einem Hund auf den anderen überträgt und dies dazu führt, dass beide Hunde zur selben Zeit dasselbe tun, das Verhalten sich also synchronisiert, spricht man von einer Stimmungsübertragung.

Aber wieso das „ansteckende Verhalten“ sinnvoll sein soll und Stimmungsübertragung sogar das Überleben sichert, erfährst du jetzt!

Stimmungsübertragung ist sinnvoll bei Tieren, die in Gruppen leben. In Gruppen ist es eben in bestimmten Situationen wichtig, dass alle Mitglieder an einem Strang ziehen. Die Stimmungsübertragung hilft dabei, Gruppenziele gemeinsam umzusetzen. Dies geschieht jedoch nur auf freiwilliger Basis und nicht unter Zwang. Stimmungsübertragung zeigt sich, wenn die Tiere in der Gruppe zeitgleich zur Flucht vor Raubtieren ansetzen und dadurch ihr Leben retten. Außerdem scheint während der Übertragung von Stimmung bei Tieren und Menschen, das Belohnungs- und Beruhigungssystem aktiviert zu werden, was heißt, dass Gemeinsamkeit ein gutes Gefühl macht und abweichendes Verhalten Stress beim jeweiligen Lebewesen verursacht.

 

Nicht nur die Hunde können die Stimmung auf uns übertragen, sondern auch wir  können ihre Stimmung auf unsere Hunde übertragen.

Kennst Du den schuldbewussten Blick deines Hundes, wen Du nach Hause kommst und er mal wieder etwas angestellt hat und du dir denkst, „Er weiß ganz genau was er falsch gemacht hat.“

Bist du dir da wirklich sicher?  Laut einer Studie von Alexandra Horowitz, hat das nichts mit Schuldbewusstsein zu tun, denn der „schuldige Blick“ stellte sich als Reaktion auf das tatsächliche Verhalten des Besitzers heraus.

Teilte man den Hundehaltern mit, dass ihr Hund, während ihrer Abwesenheit etwas geklaut hatte, obwohl das nicht stimmte, so reagierte der Hund dennoch mit diesem „Hundeblick“. Dies funktionierte auch im gegenteiligen Fall. Teilte man den Besitzern mit, dass ihr Hund anständig gewesen sei, er aber dennoch das „verbotene Leckerchen“ gemopst hatte, so war dem Hund kein „schuldbewusstes“ Verhalten anzumerken.

Wie du siehst, haben unsere Gedanken großen Einfluss auf unser Handeln und eben auch auf unsere Stimmung bzw. auf unsere Gefühle. Natürlich reicht es nicht nur aus, sich zu wünschen, dass der Hund nun endlich locker an der Leine läuft. Wenn man aber ein positiv formuliertes Ziel vor Augen hat, kann man ganz bewusst sein Handeln danach ausrichten was wiederum für ein erfolgreiches Training spricht.

Es gibt zahlreiche Forschungen von Harvard-Professorin Ellen Langer, die erklärt wie Gedanken unser Handeln beeinflussen können! Das geschieht nicht nur im alltäglichen Leben, sondern auch im Hundetraining. Sowohl negative als auch positive Gefühle können sich auf unsere Vierbeiner übertragen. Wenn unsere Hunde glücklich sind, sind wir ebenfalls glücklich und nehmen eine entspannte Haltung ein. Macht der Hund uns gegenüber diverse Spielaufforderungen lassen wir uns davon mitreißen und nehmen die positive Einstellung an.

Beobachte deinen Hund!

Ich hab die Stimmungsübertragung schon so oft bei meinen eigenen Hunden wahrgenommen. Je öfter ich sie beobachte, desto mehr fiel mir auf, dass sie oftmals genau das Verhalten gezeigt haben, welches ich auch in diesem Moment gezeigt habe. Hier kommen auch wieder die Spiegelneuronen mit ins Spiel. Spiegelzellen ermöglichen, dass der Hund sich durch bloßes Beobachten in Handlungen und Gefühle anderer Lebewesen hineinversetzen kann.

Das beste Beispiel hierfür ist das Buddeln. Wenn Finn und Samu sehen, dass meine Mom im Garten ihr Gemüse einpflanzt, dann fangen beide an auch im Garten zu buddeln.  Stimmungsübertragung heißt aber auch, wenn du deinen Nachbarn nicht magst, mögen deine Hunde deinen Nachbarn ebenfalls nicht. Für Veränderungen der Stimmungsübertragung von uns Haltern auf unsere Hunde, sind wir verantwortlich und wir können entscheiden in welche Bahnen die Stimmung gelenkt werden soll.

Ich kenne die Situation nur zu gut, wenn uns ein Hund entgegen kommt, den Finn nicht leiden kann. In dieser Situation hat sich früher immer meine Stimmung auf Finn übertragen. Ich wurde angespannt, atmete flach und unruhig und das spiegelte Finn eins zu eins wider! Er reagierte weder auf meine Hörzeichen noch auf meine Sichtzeichen die ich ihm gab. Lediglich auf meine Stimmung. Als ich ruhiger wurde, entspannte er sich auch und fing an sich auf mich zu konzentrieren.

Auch heute sind wir noch am Üben dieser Situation. Ich muss lernen ruhig zu bleiben, durchzuatmen und positive Gedanken und Gefühle zu haben, dann spiegelt Finn all das wider! Auch das ist ein Prozess der dauert, aber auch eine wahnsinnig tolle Erfahrung, wie unsere Gedanken unser Handeln und das unsers Hundes beeinflussen.

– Wir sind das, was wir denken.
Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt. –
BUDDHA